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In der Hauptstadt der chinesischen Provinz Fujian müssen Frauen, welche die „Pille danach“ kaufen wollen, Ihre vollen Kontakt- und Personaldaten preisgeben. Das schwangerschaftsverhindernde Notfallmedikament löst eine Debatte um den Schutz der Privatsphäre aus.
Die örtliche zuständige Behörde begründete diese Entscheidung mit dem Argument, dass sie Frauen vor illegalen Abtreibungen schützen wolle und einen Missbrauch des Pharmazeutikums von vornherein auszuschließen versucht.
Gesundheitsbehörde in der Kritik
Kritiker klagen die Registrierungspflicht beim Kauf von Notfallverhütungsmitteln indem sie diese als Verletzung der Privatsphäre deklarierten.
Ende Dezember 2011 hatte die örtliche Gesundheitsbehörde die umstrittene Regelung eingeführt. Die Apotheken sind infolgedessen verpflichtet, neben dem Namen des Patienten auch die Personalausweisnummer zu dokumentieren und die genaue Menge der bezogenen Tabletten festzuhalten.
Privatsphäre vs. Schwangerschaftsrisiko
Nicht nur in Europa hat diese Restriktion für Unstimmigkeiten und Aufruhr gesorgt – die ortsansässigen Apotheken hatten einer chinesischen Zeitung berichtet, dass viele Patienten zögern ihre Daten preiszugeben und mitunter vom Kauf des Medikaments absehen. Dies sei zum einen begründet in dem beschriebenen Eingriff in die Privatsphäre, jedoch auch das traditionelle chinesische Denken hemmt in diesem Zusammenhang die Kaufbereitschaft ungemein. In der asiatischen Kultur wird der Kauf der Pille danach als „unehrenhaft“ empfunden – viele potentiellen Patienten überdenken also aufgrund des gesetzlichen Identitätsscans ihre Entscheidung.
Es bleibt abzuwarten, wie die chinesische Gesundheitsbehörde die Reaktionen der betroffenen Konsumentengruppe bewertet bzw. welchen Handlungsschluss sie daraus zieht.
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